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Angst vor krebserregenden Inhaltsstoffen in Kaffeepads

Kaffeepads als aromatisierte Lebensmittel stehen unter Verdacht, krebserregend zu sein. Für den interessierten Konsumenten eine nachvollziehbare Theorie. Besonders Mixgetränke wie Cappuccino oder Milchkaffee aus dem Pad werden kritisch beäugt.

Sie enthalten ein Gemisch aus Stabilisatoren und Ergänzungsstoffen, deren Auswirkungen für den Verbraucher nur schwer nachvollziehbar sind. Wer kennt denn schon all die E-Nummern auswendig? Wir haben uns mit dem Thema auseinandergesetzt, damit Du ohne schlechtes Gewissen weiter Deinen Kaffee genießen kannst.

 

Warum sollten ausgerechnet Kaffeepads krebserregend sein?

Wie genau und unter welchen Bedingungen der menschliche Körper bösartige Tumore entwickelt, ist nach wie vor nicht abschließend geklärt. Ebenso wenig, wie Erkrankten eine Heilung versprochen werden kann. Die Angst vor einer Krebserkrankung ist deshalb begründet. Besonderes Augenmerk legt die Forschung in diesem Sinne auf künstlich optimierte Erzeugnisse, Zuckerprodukte und aus anderen Zusammenhängen bekannte Schadstoffe.

Kaffeepads fallen, wenn man so will, in alle drei Kategorien. Die kleinen Filter sind mitunter gebleicht. Der Kaffee selbst setzt bei der Röstung Stoffe frei, die als potenziell krebserregend gelten und natürlich werden für besondere Geschmacksnoten Aromen eingesetzt. Milchäquivalente sollen haltbar bleiben und damit der Kaffee die gewünschte Optik erhält, folgen vielleicht noch weiter Ergänzungen. Aber ist die Gefahr, sich mit Kaffeepads krebserregende Stoffe zuzuführen, wirklich so groß, dass Du auf sie verzichten musst?

 

Kaffeepads krebserregend

Einzelne Bestandteile des Kaffeepads und ihre krebserregenden Potenziale

Das Kaffeepulver

Röstkaffee an sich gerät immer wieder in Verruf. Die Diskussion um die krebserregenden Eigenschaften des Kaffees ist deutlich älter als die Erfindung des Kaffeepads. Zusammengefasst entstehen bei der Röstung der Kaffeebohnen Furan und Acrylamid. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit vermerkt beide Stoffe als risikobehaftet. Sie werden regelmäßig mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht.

Allerdings ist die Idee, dass deshalb Deine Kaffeepads krebserregend sind, etwas zu kurzgeschlossen. Damit ein Stoff aus wissenschaftlicher Sicht für die Entstehung von Tumoren verantwortlich gemacht werden kann, muss eine gewisse Menge davon zugeführt werden. Im Fall von Acrylamid und Furan sind die Mengen im Kaffee verschwindend gering und werden von verschiedenen Studien als unbedeutend ausgewiesen.

Der Kaffee im Pad selbst ist deshalb nach aktuellem Forschungsstand nicht krebserregend. Dennoch ist Vorsicht geboten. Da heißer Kaffee in großen Mengen das Verdauungssystem mit seinen empfindlichen Schleimhäuten reizt, wird vielmehr hier ein Risikofaktor wahrgenommen.

Der gebleichte Filter

Es ist nicht wirklich ersichtlich, warum für den Verbraucher ein reinweißer Filter mehr wert sein sollte, als ein naturfarbener. Vielleicht erweckt dieses klinisch saubere Erscheinungsbild einen vertrauenswürdigeren Gesamteindruck. Die Marktanalysen der Kaffeeanbieter scheinen etwas in der Art ergeben zu haben, denn sie greifen bewusst zu strahlend weißen Filterpapieren. Das strahlend weiße Papier ist gebleicht. Für diesen Vorgang kommt Chlor zum Einsatz. Chlor und dessen Nebenprodukte haben auf einzelne Menschen bereits in schwimmbadüblichen Mengen reizende Auswirkungen. Berichte von Asthmaanfällen und sonstigen Symptomen der Atemwege stehen neben Angaben zu Hautausschlägen und Verdauungsbeschwerden. Fakt ist, dass auch in Langzeitstudien keine Begünstigung von Karzinomen nachgewiesen werden konnte, sofern sich die Chlorbelastung innerhalb der zugelassenen Höchstgrenzen abspielt. Zudem ist der Chlorrückstand aus den Bleichverfahren des Filterpapers verschwindend gering.

Dennoch lohnt ein Blick auf die Inhaltsangaben. Auch wenn gebleichte Kaffeepads nicht krebserregend sind, haben Chlorbleichverfahren doch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Der Stoff wird organisch nicht abgebaut und lagert sich in tierische und menschlichen Zellen an. Ein Verzicht auf chlorgebleichte Produkte minimiert die Schadstoffbelastung allgemein.

 

Aromen, Stabilisatoren und sonstige Zusatzstoffe

Besonders in Verruf stehen die E-Stoffe, also die mit einem großen E gekennzeichneten Inhaltsstoffe auf der Liste der Lebensmittelbestandteile. Es gibt diverse gute Gründe, einige davon zu meiden. Schädlich sind sie aber im Allgemeinen erst bei übermäßigem Verzehr oder bestehender Überempfindlichkeit.

Das E kennzeichnet diese Stoffe als in den EU-Mitgliedsstaaten zugelassen. Das bedeutet, sie wurden in ihren Auswirkungen auf den Menschen geprüft und die Händler dürfen bestimmte Höchstwerte in der Verwendung nicht überschreiten. Wird für einen Stoff eine krebserregende Wirkung nachgewiesen, wird er nicht zugelassen.

Jetzt könnte man bereits an dieser Stelle schlussfolgern, dass die Zusatzstoffe im Kaffeepad dadurch nicht krebserregend sein können. So einfach ist es dann aber auch nicht. Die mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe summieren sich innerhalb des Zielorganismus. Das heißt, in der Praxis sind Kaffeepads allein nie für eine Krebserkrankung verantwortlich. Im Zusammenhang mit einer unausgewogenen, stark vorbelasteten Ernährungsweise leisten sie aber doch ihren Teil zur Risikosteigerung.

Wobei man auch diese Rechnung kritisch betrachten muss. Ein erkennbares Risiko wird erst bei stark ausufernde Aufnahmemengen deutlich. Interessant ist viel mehr die Wechselwirkung zwischen einzelnen Stoffen. Natürlich werden diese nach und nach auch geprüft, es liegen aber bei weitem nicht zu allen Lebensmittelkombinationen Langzeitstudien vor. Kaffeepads, die mehr als nur Kaffeepulver enthalten, solltest Du also durchaus prüfend betrachten.

 

Wie schützt Du Dich vor gesundheitsbeeinträchtigenden Zusatzstoffen?

An sich solltest Du Dir bei moderatem Gebrauch keine Gedanken über die krebserregende Wirkung von Kaffeepads machen müssen. Willst Du Dir und der Umwelt aber etwas Gutes tun, achtest Du auf eine möglichst geringe Schadstoffbelastung. So vermeidest Du vor allem auch Überempfindlichkeitsreaktionen.

Wie bei allen Lebensmitteln gilt: je näher am natürlichen Produkt, umso besser. Optimal ist der Gebrauch reinen Kaffeepulvers in naturbelassenen Filtern. Soll es etwas spannender sein, vergleich die Liste der Inhaltsstoffe unterschiedlicher Hersteller. Ist die Liste der beigemengten Stoffe eindeutig nachvollziehbar und werden nicht zu viele Einzelsubstanzen gemischt, besteht eine geringere Gefahr durch unerkannte Reaktionen unter den Stoffen.

 

Was ist mit der Idee, dass Kaffee vor Krebs schützen kann?

Tatsächlich legen einige Studien nahe, dass ein moderater Kaffeekonsum vor einzelnen Krebsarten schützen kann, wenn auch nur im erweiterten Sinne. Bei Prostatakrebs wiederholen sich positive Ergebnisse zur präventiven Wirkung von Kaffee und auch in Bezug auf Leberkrebs sind sich die Forscher einig, dass Kaffee zumindest den Behandlungsprozess erleichtert.

Verallgemeinern lassen sich diese Aussagen jedoch nicht. Der Einsatz von Kaffee ist immer im Wechselspiel mit Lebensführung und weiteren Behandlungsverfahren zu sehen. Die schwarz-weiße Betrachtung, Kaffeepads als entweder krebserregend oder Wundermittel zu sehen, ginge deutlich zu weit.

Ein Lebensmittel kann nie für sich allein betrachtet werden. Der menschliche Organismus blockiert Schadstoffe in einem gewissen Grad. Gleichzeitig müssen für positive Auswirkungen einzelner Stoffe ausreichende Mengen davon zugeführt werden, um eine körperliche Reaktion zu triggern. Es geht immer darum, ein Gleichgewicht zu erreichen, mit dem der Organismus gut arbeiten kann. Kaffee wird diesen Prozess, wenn überhaupt, nur als eine von vielen Komponenten beeinflussen können.

 

Keine Angst vor krebserregenden Bestandteilen in Kaffeepads

Kaffee ist ein Genussmittel. Genussmittel werden in Maßen konsumiert. Solange Du dieser Maxime halbwegs folgen kannst, wird sich Dein Lieblingsgetränk nicht negativ auf Deinen Körper auswirken. Erst wenn Dein Konsumverhalten aus der Balance gerät, Du also etwa täglich mehrere Liter Kaffee trinkst, kaum nährstoffreiche Lebensmittel zu Dir nimmst oder zusätzlich andere koffeinhaltige Lebensmittel in großen Mengen nutzt, musst Du Dich kritisch mit Deinem Verbrauch auseinandersetzen. Als direkt krebserregend gelten auch große Mengen Kaffee aus Pads nicht.


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