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Die Kaffeekultur Thailands: Exotic pur

Thailand gilt als vergleichsweise junges Kaffeeland. Erst seit den 1970er-Jahren wird dort Kaffee angebaut. Heutige Kaffeeplantagen waren einst Mohnfelder. Die Nachteile des Opiumhandels liegen klar auf der Hand, doch auch für die Natur ist der Wechsel zu Kaffeepflanzen ein entscheidender Vorteil. Es entsteht ein deutlich größerer Spielraum für natürliche Pflanzenkulturen. Nach jahrelanger Rodung kann das Ökosystem ein wenig aufatmen. Inzwischen produziert das Land über 80 000 Tonnen Kaffee pro Jahr.

 

Qualität und Sorgfalt sind äußerst wichtig in der Kaffeekultur Thailands

Der thailändische Kaffee wird weltweit geschätzt. Dennoch sind es nicht allein die vollmundigen Aromen der landeseigenen Robusta- und Arabica-Bohnen, die den Kaffeeliebhaber neugierig machen. Die thailändische Bevölkerung folgt achtsamen Religionen und so haben sich einige äußerst interessante Rituale rund um den Kaffeegenuss entwickeln können.

 

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Oliang – schwarzer Kaffee mit dem besonderen Extra

Eine besondere Zeremonie in der thailändischen Kaffeekultur ist die Zubereitung von „Oliang“, einem traditionellen thailändischen Kaffee, der mit Gewürzen wie Kardamom, Zimt und Nelken verfeinert wird. Diese Zeremonie wird in der Regel zu besonderen Anlässen oder Festlichkeiten durchgeführt. Symbolisch soll sie Gastfreundschaft und Wertschätzung ausdrücken.

Der Name „Oliang“ stammt aus dem Malaiischen und bedeutet „schwarzer Kaffee“. In Thailand wird der gemahlene Kaffee gemeinsam mit gerösteten Maiskörnern, gerösteten Sesamkörnern, gerösteten Reiskörnern und manchmal auch gerösteten Sojabohnen zubereitet. Die Röstung erfolgt separat. Nur so bleiben die individuellen Aromen jeder einzelnen Zutat erhalten. Die entstehende Textur macht den Kaffee unverkennbar.

 

Wie und wo wird typisch thailändischer Kaffee getrunken?

Die Mischung aus Kaffee und gerösteten Körnern wird in einem speziellen Filter aufgebrüht. Dieser Filter ähnelt einem Socken und wird treffend „Geduld“ genannt. Ist die Mischung eingefüllt, kann langsam heißes Wasser darüber gegossen werden. Der entstehende Oliang wird normalerweise heiß serviert und je nach Vorliebe mit Zucker oder Kondensmilch. Ganz typisch ist das Kaffeetrinken mit einem Strohhalm. Was für uns zunächst ungewöhnlich anmutet, hat einen ganz praktischen Hintergrund: Die mit dem Aufguss abgefüllten Körner verbleiben so am Boden und stören den Genuss nicht.

Oliang ist in Thailand sehr beliebt und wird häufig von Straßenhändlern oder in lokalen Cafés angeboten. In einigen Regionen Thailands wird Oliang auch als „Kopi Cham“ bezeichnet, was auf die malaysische Herkunft des Getränks hinweist. Das braune Gold gilt als Energiespender und soll den Trinkenden beleben und erfrischen.

Dieser Effekt wird noch überzeugender, wenn der Oliang als Eiskaffee serviert wird. Dazu wird der frisch gebrühte Kaffee schlicht über eine Handvoll Eiswürfel gegossen.

 

Kaffeekultur Thailands – alltäglicher Kaffeekonsum

Im Alltag spielen Kaffeerituale eine wichtige Rolle. Traditionell wird Kaffee am Morgen getrunken, um den Tag zu beginnen und Energie zu tanken. Natürlich ist auch in Thailand die Zeit nicht stehen geblieben. Heute kommt vielerorts Instantkaffee auf den Tisch. Das ursprüngliche Filtern durch feine Stoffbeutel nimmt im Alltag oft deutlich zu viel Zeit ein. Gewürzt wird dennoch traditionell mit dicker Kondensmilch und reichlich Zucker.

Neben den Stoffoptionen haben sich Metallfilter etabliert, die direkt der Kaffeetasse aufgesetzt werden können. Diese Filter werden verwendet, um den Kaffee langsam durchlaufen zu lassen und ein starkes Aroma zu erzeugen. Moderne Kaffeemaschinen sind jedoch ebenfalls weitverbreitet.

„Doi Chaang“ und „Akha Ama“ gelten als beliebte thailändische Kaffeemarken. Sie verarbeiten vorrangig hochwertige Arabica-Bohnen. Auch der kalt gebrühte „Kafae Boran“ ist äußerst beliebt.

 

Elefantenkaffee als thailändische Spezialität

Nicht ganz so alltäglich ist der berühmt-berüchtigte Elefantenkaffee. Thailändischer Elefantenkaffee, auch bekannt als Black Ivory Kaffee, ist eine seltene und exklusive Kaffeesorte, die aus den Kotresten von Elefanten hergestellt wird. Dieser einzigartige Kaffee wird nur in wenigen ausgewählten Plantagen in Thailand produziert und gilt als einer der teuersten und luxuriösesten Kaffees der Welt.

Die Herstellung von thailändischem Elefantenkaffee ist ein aufwändiger Prozess. Die Elefanten fressen die Kaffeekirschen, die dann im Verdauungstrakt des Elefanten fermentieren. Während des Verdauungsprozesses werden Enzyme freigesetzt, die den Geschmack des Kaffees verändern und ihm einen besonderen Charakter verleihen. Die unverdauten Kaffeebohnen werden dann aus dem Kot der Elefanten gesammelt, gereinigt und geröstet.

 

Achtsam genießen

Neben den wirtschaftlichen Faktoren kommt der Kaffeekultur Thailands auch ein spiritueller Aspekt zugute. Der kleine Genussmoment wird dort gern mit Meditation und Achtsamkeit in Verbindung gebracht. Viele Menschen genießen es, eine Tasse Kaffee zu trinken, um sich zu entspannen und den Geist zu beruhigen. In Thailand wird Kaffee oft als ein Getränk angesehen, das Energie und Vitalität spendet, ein Genussmittel, das die Sinne belebt und den Geist erfrischt. In einigen spirituellen Praktiken wird Kaffee zudem wegen seiner Eigenschaften, die Konzentration zu steigern und den Geist zu beruhigen, eingesetzt. Einige Menschen glauben auch, dass Kaffee eine Verbindung zur Natur herstellt und eine tiefe spirituelle Erfahrung ermöglicht.

 

Kaffee – auch in Thailand unabdingbar

Insgesamt ist die thailändische Kaffeekultur reich an Traditionen, Ritualen und Geschmackserlebnissen. Egal, ob traditionell oder modern, Kaffee spielt eine wichtige Rolle im täglichen Leben der Thailänder und wird mit großer Leidenschaft genossen.


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