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Wie wird Instantkaffee hergestellt? Der Prozess einfach erklärt

13 Min. Lesezeit
Zuletzt aktualisiert: 8. August 2026
Wie wird Instantkaffee hergestellt? Der Prozess einfach erklärt

Das Wichtigste auf einen Blick

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Der Mythos vom Chemie-Kaffee: Was wirklich in der Dose steckt

Hast du dich schon mal gefragt, wie es möglich ist, dass sich ein Kaffeepulver in Sekundenschnelle komplett in heißem Wasser auflöst, ohne einen Krümel Kaffeesatz zu hinterlassen? Viele Kaffeetrinker rümpfen bei löslichem Kaffee die Nase und vermuten ein chemisches Kunstprodukt.

Die Wahrheit ist jedoch eine ganz andere: Instantkaffee besteht zu 100 Prozent aus reinen Kaffeebohnen. Der Herstellungsprozess ist im Grunde nichts anderes als das, was du morgens in deiner Küche machst – nur in einem gigantischen, hochtechnologischen Maßstab.

Wenn du den Prozess einmal verstanden hast, wirst du das braune Pulver mit ganz anderen Augen sehen. Lass uns gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen der großen Kaffeefabriken werfen.

Auf einen Blick: So entsteht Instantkaffee

Auf einen Blick: So entsteht Instantkaffee
Auf einen Blick: So entsteht Instantkaffee

Du willst direkt wissen, wie der Hase läuft? Der gesamte Herstellungsprozess von Instantkaffee lässt sich in sechs chronologische Hauptphasen unterteilen. Hier ist die schnelle Antwort auf deine Frage.

Die 6 Phasen der Herstellung

Vom Feld bis in dein Vorratsglas durchläuft die Kaffeebohne eine spannende Reise. Jeder dieser Schritte ist entscheidend für das spätere Aroma in deiner Tasse.

  1. Anbau und Ernte: Die Kaffeekirschen wachsen in den Ursprungsländern, werden geerntet und als Rohkaffee verschifft.
  2. Röstung: Die grünen Bohnen werden erhitzt, um ihr charakteristisches Aroma zu entwickeln.
  3. Mahlen: Die gerösteten Bohnen werden zerkleinert – allerdings deutlich gröber als für deinen Filterkaffee.
  4. Brühen (Extraktion): Das Kaffeemehl wird in riesigen Anlagen mit heißem Wasser unter Druck aufgebrüht.
  5. Konzentration: Dem entstandenen Kaffee wird Wasser entzogen, um einen dicken Extrakt zu gewinnen.
  6. Trocknung: Das restliche Wasser wird durch Hitze oder Kälte entfernt, bis nur noch das lösliche Pulver oder Granulat übrig bleibt.

Diese sechs Schritte bilden das Grundgerüst der industriellen Kaffeeproduktion. Im Kern wird der Kaffee also erst gekocht und dann wieder getrocknet.

Das strenge Reinheitsgebot für löslichen Kaffee

Falls du immer noch Bedenken wegen möglicher Zusatzstoffe hast, können wir dich beruhigen. In Deutschland und Europa unterliegt die Herstellung von Instantkaffee strengen gesetzlichen Vorgaben.

Es gilt ein striktes Reinheitsgebot. Dieses schreibt unmissverständlich vor, dass für die Produktion ausschließlich gerösteter Kaffee und Wasser verwendet werden dürfen. Aromastoffe, Konservierungsmittel oder chemische Lösungsmittel sind absolut tabu.

Alles, was am Ende in deinem Glas landet, sind die reinen, wasserlöslichen Bestandteile der Kaffeebohne. Das Wasser, das während der Produktion hinzugefügt wird, wird im letzten Schritt wieder restlos entzogen.

Die Basis: Rohstoffe und Vorbereitung

Bevor die Hightech-Maschinen zum Einsatz kommen, beginnt alles ganz traditionell. Die Qualität des Endprodukts steht und fällt mit dem Rohmaterial und dessen Verarbeitung.

Welche Bohnen landen im Instantkaffee?

Für löslichen Kaffee werden sowohl Arabica- als auch Robusta-Bohnen verwendet. Oftmals kommt ein höherer Anteil an Robusta-Bohnen zum Einsatz als bei klassischem Filterkaffee.

Das hat einen einfachen Grund: Robusta-Bohnen bringen von Natur aus mehr Körper, einen höheren Koffeingehalt und kräftigere Aromen mit. Da bei der industriellen Trocknung unweigerlich flüchtige Aromastoffe verloren gehen, sorgt die kräftige Robusta-Basis dafür, dass der Kaffee am Ende trotzdem intensiv schmeckt.

Für Premium-Instantkaffees setzen die Hersteller jedoch zunehmend auf reine Arabica-Mischungen, die durch besonders schonende Verfahren verarbeitet werden.

Röstung bei 200 bis 230 Grad

Wie bei jedem guten Kaffee entsteht der Geschmack erst im Röster. Durch den Röstprozess entwickeln die Kaffeebohnen ihre Intensität, ihre Farbe und ihr komplexes Aromaprofil.

Für Instantkaffee wird in der Regel eine dunklere Röstung gewählt. Die Bohnen werden bei Temperaturen zwischen 200 und 230 Grad Celsius geröstet. Diese dunklere Röstung hilft dabei, kräftige Röstaromen zu erzeugen, die den späteren Trocknungsprozess gut überstehen.

Helle, fruchtige Röstungen (wie man sie aus der Third Wave Coffee Szene kennt) eignen sich für Instantkaffee weniger, da ihre feinen, floralen Noten bei der industriellen Verarbeitung größtenteils verfliegen würden.

Warum der Mahlgrad extrem grob sein muss

Nach dem Rösten geht es an die Mühlen. Wenn du zu Hause einen Espresso zubereitest, mahlst du die Bohnen sehr fein. Für die Instantkaffee-Produktion wäre das eine Katastrophe.

Der Kaffee wird hier auf einen Mahlgrad von rund 2 Millimetern gemahlen. Das ist deutlich gröber als bei herkömmlichem Filterkaffee. Der Grund dafür ist rein physikalischer Natur.

Würde man das Pulver zu fein mahlen, würde es in den gigantischen Extraktionsanlagen sofort verklumpen und die Rohre verstopfen. Das grobe Mahlgut sorgt dafür, dass das Wasser in den industriellen Anlagen gleichmäßig durch den Kaffee fließen kann.

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Statistik

200-230 Grad

Die Röstung der Kaffeebohnen für Instantkaffee erfolgt bei Temperaturen zwischen 200 und 230 Grad Celsius.

Diese Temperaturspanne ist entscheidend für die Entwicklung des robusten Geschmacksprofils, das Instantkaffee benötigt. Im Gegensatz zu vielen Spezialitätenkaffees, die bei etwas niedrigeren Temperaturen geröstet werden, um feine, fruchtige Noten zu bewahren, zielt die Röstung für Instantkaffee auf die Maximierung von Körper und kräftigen Röstaromen ab. Die Hitze von über 200°C sorgt für eine intensive Karamellisierung und Maillard-Reaktion. Dies ist notwendig, da bei den späteren, aggressiven Prozessschritten wie der Extraktion und Trocknung unweigerlich ein Teil der flüchtigen Aromen verloren geht. Eine kräftige Röstbasis stellt sicher, dass am Ende ein geschmacksintensives Produkt in der Tasse landet.

📍 Quelle: t-online.de

Die Extraktion: Kaffee kochen im Industrie-Maßstab

Die Extraktion: Kaffee kochen im Industrie-Maßstab
Die Extraktion: Kaffee kochen im Industrie-Maßstab

Jetzt wird es spannend: Der Kaffee wird gebrüht. Vergiss deine kleine French Press oder den Siebträger. Hier sprechen wir von Dimensionen, die eher an eine Raffinerie erinnern.

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Die Perkolatoren-Batterie

Die Extraktion der löslichen Bestandteile erfolgt in riesigen, zylinderförmigen Stahlsäulen, den sogenannten Perkolatoren. Für den Prozess wird üblicherweise eine Kaskade von mindestens sechs in Serie geschalteten Säulen eingesetzt.

Das heiße Wasser fließt nacheinander durch diese Säulen. Dabei wird das clevere Gegenstromprinzip angewendet: Das frischeste, heißeste Wasser trifft zuerst auf das am stärksten ausgelaugte Kaffeemehl, um auch die letzten Reste an Aroma herauszuholen.

Das bereits mit Kaffee angereicherte Wasser fließt dann weiter in die nächste Säule mit frischerem Kaffeemehl. So wird eine maximale Ausbeute garantiert.

Extreme Bedingungen: 190 Grad und 20 Bar Druck

Wenn du zu Hause Kaffee brühst, achtest du penibel darauf, dass das Wasser nicht kocht (ideal sind 92 bis 96 Grad). In der Industrie gelten andere physikalische Gesetze.

Die Extraktion erfolgt mit kalkarmem Wasser bei extremen Temperaturen von 170 bis 190 Grad Celsius. Normalerweise würde Wasser bei dieser Temperatur sofort verdampfen.

Um das zu verhindern, wird in den Anlagen ein enormer Druck von 15 bis 20 Atmosphären (bar) aufgebaut. Unter diesem Druck bleibt das Wasser flüssig und kann selbst die hartnäckigsten Kohlenhydrate und Aromastoffe aus den groben Bohnenstücken lösen.

Vergleich: Heimbereich vs. Industrie-Extraktion

Um dir die Dimensionen besser zu verdeutlichen, haben wir die Parameter einer typischen Espresso-Zubereitung mit der industriellen Extraktion verglichen.

Kriterium Siebträger (Zuhause) Industrie-Anlage (Instant)
Wassertemperatur 90 - 96 °C 170 - 190 °C
Druck 9 bar 15 - 20 bar
Mahlgrad Sehr fein (ca. 0,2 mm) Sehr grob (ca. 2,0 mm)
Brühzeit 25 - 30 Sekunden Mehrere Stunden (Kaskade)

Dieser Vergleich zeigt deutlich: Die industrielle Herstellung nutzt extreme physikalische Bedingungen, um eine maximale Effizienz bei der Extraktion zu erreichen.

Vom Dünnsaft zum Dicksaft

Was am Ende aus den Perkolatoren fließt, nennt der Fachmann "Dünnsaft". Dieser flüssige Kaffeeextrakt enthält noch viel zu viel Wasser für die anschließende Trocknung.

Daher wird der Dünnsaft in einem Zwischenschritt konzentriert. Durch schonende Verdampfung unter Vakuum oder durch Gefrierkonzentrierung wird ihm ein Großteil des Wassers entzogen.

Das Ergebnis ist ein zähflüssiger "Dicksaft" mit einem sehr hohen Kaffeeanteil. Dieser Schritt ist entscheidend, da er die nachfolgende Trocknung deutlich kostengünstiger macht und die empfindlichen Aromen schont.

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Statistik

170-190 °C

Die Extraktion der Kaffeebestandteile erfolgt mit Wasser, das eine Temperatur von 170 bis 190 Grad Celsius hat.

Diese extrem hohe Wassertemperatur ist der Schlüssel zur Effizienz der industriellen Kaffeeextraktion. Während bei der Kaffeezubereitung zu Hause Temperaturen über 96°C vermieden werden, um eine bittere Überextraktion zu verhindern, ist hier genau das Gegenteil das Ziel: eine maximale Ausbeute. Um das Wasser bei diesen Temperaturen flüssig zu halten und ein Verdampfen zu verhindern, wird der Prozess unter hohem Druck (bis zu 20 bar) durchgeführt. Dieses 'überhitzte' Wasser hat eine enorm hohe Lösungsfähigkeit und kann dem Kaffeemehl deutlich mehr Inhaltsstoffe entziehen als bei herkömmlichen Brühmethoden. Das Ergebnis ist ein hochkonzentrierter Kaffeeextrakt, der die Basis für das spätere Pulver bildet.

📍 Quelle: kaffeeverband.de

Die Trocknungsmethoden: Pulver oder Granulat?

Die Trocknungsmethoden: Pulver oder Granulat?
Die Trocknungsmethoden: Pulver oder Granulat?

Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Aus dem flüssigen Dicksaft muss ein trockenes, haltbares Produkt werden. Dafür setzen die Hersteller zwei völlig unterschiedliche Verfahren ein, die maßgeblich über die Qualität und Optik des Endprodukts entscheiden.

Sprühtrocknung: Der schnelle Weg zum feinen Pulver

Die Sprühtrocknung ist das älteste und kostengünstigste Verfahren. Hierbei wird der flüssige Kaffeeextrakt am oberen Ende eines riesigen, oft über 20 Meter hohen Sprühturms durch feine Düsen zerstäubt.

Während der feine Kaffeenebel nach unten fällt, wird ihm von unten heiße, trockene Luft entgegengeblasen. Die Hitze lässt das Wasser in den winzigen Tröpfchen in Sekundenbruchteilen verdampfen.

Unten am Turm kommt dann ein sehr feines, staubiges Kaffeepulver an. Diese Methode ist extrem effizient, hat aber einen Haken: Durch die große Hitze gehen viele der feinen, flüchtigen Kaffeearomen verloren.

Agglomeration: Wenn aus Pulver Körnchen werden

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass viele günstige Instantkaffees nicht wie feiner Staub aussehen, sondern aus kleinen, unregelmäßigen Körnchen bestehen. Das ist das Ergebnis der sogenannten Agglomeration.

Da sich das extrem feine Pulver aus der Sprühtrocknung in der Tasse oft schlecht auflöst und klumpt, wird es nachbehandelt. Die feinen Kaffeepartikel werden in einer speziellen Anlage noch einmal leicht mit Wasserdampf befeuchtet.

Dadurch werden die Oberflächen klebrig und die winzigen Staubpartikel haften zu größeren Körnchen (Granulat) zusammen. Anschließend wird das Ganze noch einmal schonend getrocknet. Das Ergebnis löst sich in heißem Wasser deutlich besser auf.

Gefriertrocknung: Die Premium-Methode bei -50 Grad

Wenn du einen hochwertigen Instantkaffee kaufst, der aus schönen, goldbraunen und kantigen Kristallen besteht, hältst du gefriergetrockneten Kaffee in den Händen. Dieses Verfahren ist deutlich aufwendiger, aber auch viel produktschonender.

Bei der Gefriertrocknung wird der flüssige Kaffee-Dicksaft auf Förderbändern bei extremen Temperaturen von minus 40 bis minus 50 Grad Celsius schockgefroren. Es entsteht eine massive Kaffee-Eisplatte, die anschließend in kleine Stücke gemahlen wird.

Jetzt kommt der physikalische Trick: Die gefrorenen Kaffeestücke kommen in eine Vakuumkammer. Unter dem Vakuum und bei leichter Wärmezufuhr geht das gefrorene Wasser direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über – es verdampft, ohne vorher flüssig zu werden. Diesen Vorgang nennt man Sublimation.

Vor- und Nachteile der Trocknungsverfahren

Beide Methoden haben ihre Daseinsberechtigung auf dem Markt. Hier ist eine kurze Übersicht, was die Verfahren auszeichnet:

  • Sprühtrocknung: Sehr kostengünstig und schnell in der Produktion. Führt zu einem feinen Pulver, das jedoch durch die Hitzeeinwirkung flacher im Geschmack ist.
  • Gefriertrocknung: Sehr energieintensiv und teuer. Da keine große Hitze im Spiel ist, bleiben die feinen Aromastoffe und Säuren der Kaffeebohne hervorragend erhalten.
  • Optik: Sprühgetrockneter Kaffee ist dunkel und staubig (oder als Agglomerat krümelig), gefriergetrockneter Kaffee besticht durch goldbraune, scharfkantige Kristalle.

Unsere Empfehlung: Wenn du Wert auf Geschmack legst, greife immer zu gefriergetrocknetem Instantkaffee. Der Preisunterschied lohnt sich in der Tasse enorm.

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Statistik

bis zu -50°C

Während der Gefriertrocknung wird der Kaffeeextrakt auf Temperaturen von bis zu -50 Grad Celsius heruntergekühlt.

Diese extreme Kälte ist das Herzstück der Gefriertrocknung, dem qualitativ hochwertigsten Verfahren zur Herstellung von Instantkaffee. Der flüssige Kaffeeextrakt wird schockgefroren, wodurch das enthaltene Wasser zu winzigen Eiskristallen erstarrt. Anschließend wird in einer Vakuumkammer der Druck drastisch gesenkt. Durch diesen Unterdruck gehen die Eiskristalle direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über (Sublimation), ohne zwischendurch zu schmelzen. Dieser Prozess ist extrem schonend für die empfindlichen Kaffeearomen, da keine schädliche Hitze zum Einsatz kommt. Das Ergebnis ist ein poröses, grobkörniges Granulat, das die Aromastruktur des ursprünglichen Kaffees weitgehend bewahrt.

📍 Quelle: de.wikipedia.org

Nachhaltigkeit und Qualitätskontrolle in der Fabrik

Bei der Verarbeitung von tausenden Tonnen Kaffee entsteht unweigerlich Abfall. Doch moderne Kaffeefabriken haben clevere Wege gefunden, um Ressourcen zu schonen.

Was passiert mit dem gigantischen Kaffeesatz-Berg?

Stell dir vor, wie viel Kaffeesatz anfällt, wenn du den Kaffee für Millionen von Menschen brühst. Dieser anfallende Kaffeesatz wird in der Industrie jedoch nicht einfach entsorgt.

Im Sinne der Nachhaltigkeit und Effizienz wird der feuchte Kaffeesatz aus den Perkolatoren gepresst und getrocknet. Anschließend dient er als wertvoller Brennstoff für die werkseigenen Heizkessel.

Durch die Verbrennung des eigenen Abfalls erzeugen die Fabriken einen großen Teil der Energie und des Dampfes, den sie für die Röstung und die Extraktion benötigen. Ein geschlossener und sehr effizienter Kreislauf.

Strenge Kontrollen und die Kaffeesteuer

Bevor der Instantkaffee in die typischen Gläser abgefüllt wird, durchläuft er strenge Qualitätskontrollen. Sensorik-Experten prüfen jede Charge auf Geschmack, Löslichkeit und Restfeuchtigkeit.

Ein interessanter Fakt am Rande: In Deutschland ist Kaffee ein steuerpflichtiges Gut. Während für normalen Röstkaffee 2,19 Euro pro Kilogramm anfallen, unterliegt löslicher Kaffee einer deutlich höheren Steuer.

Gemäß dem deutschen Kaffeesteuergesetz werden für Instantkaffee stolze 4,78 Euro pro Kilogramm fällig. Der Grund dafür ist die hohe Ergiebigkeit: Aus einem Kilo Instantpulver bekommst du deutlich mehr Tassen heraus als aus einem Kilo Röstkaffee.

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Fakt

Der anfallende Kaffeesatz wird nicht entsorgt, sondern getrocknet und als Brennstoff für die werkseigenen Heizkessel wiederverwendet.

Dieses Vorgehen ist ein Paradebeispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft in der Lebensmittelindustrie. Anstatt den Kaffeesatz, der in riesigen Mengen anfällt, als Abfall zu deklarieren und teuer zu entsorgen, wird er als wertvoller Rohstoff behandelt. Nach der Pressung und Trocknung besitzt der Kaffeesatz einen hohen Brennwert, ähnlich wie Holzpellets. Durch die Verbrennung in werkseigenen Kesseln können die Fabriken einen erheblichen Teil ihres eigenen Energiebedarfs für Prozesse wie die Röstung und die Dampferzeugung decken. Dies senkt nicht nur die Betriebskosten durch eingesparte fossile Brennstoffe, sondern reduziert auch den CO2-Fußabdruck der Produktion erheblich.

📍 Quelle: nescafe.com

Fazit: Ein technisches Wunderwerk für die schnelle Tasse

Wie du siehst, hat Instantkaffee absolut nichts mit Chemie zu tun. Es ist schlichtweg echter Kaffee, der unter extremen physikalischen Bedingungen gebrüht und anschließend durch clevere Verfahren wie die Sprüh- oder Gefriertrocknung haltbar gemacht wird.

Auch wenn er geschmacklich nicht an einen frisch gemahlenen Pour-Over oder einen perfekt extrahierten Espresso aus dem Siebträger herankommt – die Technologie dahinter ist beeindruckend. Für den Campingurlaub, das schnelle Eiskaffee-Rezept im Sommer oder den Notfall im Büro bleibt er eine praktische Alternative.

Achte beim nächsten Einkauf einfach mal auf die Struktur im Glas. Jetzt weißt du genau, ob du ein sprühgetrocknetes Agglomerat oder edle, gefriergetrocknete Kristalle vor dir hast!

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Wichtige Hinweise

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Weitere wichtige Informationen zum Thema

Der Hauptgrund liegt im Herstellungsprozess. Bei der industriellen Extraktion wird versucht, möglichst viele lösliche Stoffe aus dem Kaffeemehl zu ziehen, was auch Bitterstoffe einschließen kann. Der entscheidende Schritt ist jedoch die Trocknung: Vor allem bei der günstigeren Sprühtrocknung gehen durch die hohe Hitze viele flüchtige und feine Aromastoffe verloren, die den Charakter eines frisch gebrühten Kaffees ausmachen. Hochwertigerer, gefriergetrockneter Instantkaffee kann hier deutlich mehr vom ursprünglichen Aroma bewahren.

Dies sind die zwei Hauptmethoden der Trocknung. Bei der Sprühtrocknung wird der flüssige Kaffeeextrakt in einem heißen Luftstrom zerstäubt, wodurch das Wasser verdampft und ein feines Pulver zurückbleibt – das ist schnell und günstig. Bei der Gefriertrocknung wird der Extrakt schockgefrostet und in einem Vakuum getrocknet, wobei das gefrorene Wasser direkt in Dampf übergeht (Sublimation). Dieser Prozess ist schonender, erhält mehr Aromen und erzeugt die bekannten, gröberen Kaffeegranulate, ist aber auch teurer.

Eine Tasse Instantkaffee, zubereitet mit einem Teelöffel (ca. 2g) Pulver, enthält typischerweise zwischen 60 und 80 mg Koffein. Das ist oft etwas weniger als eine Tasse Filterkaffee (ca.

80-100 mg), aber mehr als ein einzelner Espresso (ca. 60 mg pro 25 ml). Die genaue Menge hängt stark von der verwendeten Bohnensorte (Robusta hat mehr Koffein als Arabica) und deiner Dosierung ab.

Ja, dieser Markt wächst! Einige moderne Kaffeeröstereien bieten mittlerweile hochwertigen Instantkaffee an, der aus sortenreinen Arabica-Bohnen hergestellt wird. Sie nutzen oft eine besonders schonende Gefriertrocknung, um die komplexen Aromen der Herkunftsregion zu erhalten. Dieser „Specialty Instant“ ist zwar deutlich teurer, bietet aber ein Geschmackserlebnis, das weit über das von herkömmlichem löslichem Kaffee hinausgeht und eine schnelle Alternative für unterwegs darstellt.

Vermeide kochendes Wasser, da es die feinen Kaffeepartikel verbrennen und einen bitteren Geschmack erzeugen kann. Ideal ist eine Wassertemperatur von etwa 80 bis 90 Grad Celsius. Ein guter Trick ist, das Kaffeegranulat zuerst mit einem kleinen Schuss kaltem oder lauwarmem Wasser zu einer glatten Paste zu verrühren. Erst danach gießt du das restliche heiße Wasser auf – so löst sich der Kaffee klumpenfrei und gleichmäßig auf.

Der Prozess ist fast identisch, nur dass ein Schritt vorgeschaltet wird: die Entkoffeinierung der rohen, grünen Kaffeebohnen. Dies geschieht vor dem Rösten, meist durch schonende Verfahren wie das CO2-Verfahren, bei dem flüssiges Kohlendioxid das Koffein aus der Bohne löst. Danach durchlaufen die entkoffeinierten Bohnen den ganz normalen Prozess aus Röstung, Mahlung, Extraktion und Trocknung, um löslichen Kaffee ohne Koffein herzustellen.

Quellen & Weiterführende Links

Dieser Artikel basiert auf 5 vertrauenswürdigen Quellen. Alle Fakten und Statistiken wurden neu formuliert und in eigenen Worten wiedergegeben.

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Jonas Berg
Jonas Berg
Specialty Coffee & Third WaveEspresso & SiebträgerFilterkaffee-Methoden (Pour-Over, Chemex, AeroPress)Kaffeemühlen & MahlgradeBohnen & RöstprofileMilchschäumen & Latte ArtHerkunftsländer & Direct Trade

Kaffee-Enthusiast und Autor auf kaffeepioniere.de. Jonas hat seine Leidenschaft für Specialty Coffee während seiner Zeit als Barista in einer Berliner Rösterei entdeckt und vereint heute fundiertes Fachwissen mit der Freude am Experimentieren. Von der Auswahl der Bohne über Röstprofile bis zur perfekten Extraktion — sein Fokus liegt auf ehrlicher, praxisnaher Wissensvermittlung für alle, die ihren Kaffee bewusster genießen wollen. Besonders begeistert er sich für manuelle Zubereitungsmethoden, Herkunftsländer und die Handwerkskunst kleiner Röstereien.

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